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5 Bausteine einer erfolgreichen Unternehmensintegration nach einem M&A

5 Bausteine einer erfolgreichen Unternehmensintegration nach einem M&A

Wussten Sie, dass in 2021 mehr als 3.000 deutsche Unternehmen an einer Übernahme oder Fusion, Merger & Acquisition oder M&A beteiligt waren (unternehmeredition.de/Oaklins)? Auch wenn 2022 die Zahl wieder sank, liegen die Zahlen immer noch deutlich über dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre und trifft damit immer mehr von uns. Interessant wird diese Zahl, weil zwischen 40% und 70% dieser Übernahmen scheitern, wie eine Studie von Lars Schweizer, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Goethe-Universität in Frankfurt, zeigt (FAZ). Mit ca 80% scheitert die grosse Mehrheit (haufe.de) an einer mangelnden oder fehlenden Post Merger Integration (PMI).
Meine eigene Erfahrung aus 6 aktiven Teilnahmen an Integrationen nach einer Firmen Übernahme bestätigt dies. Es gibt auch sehr erfolgreiche Merger & Acquisition, aber meistens werden die ursprünglichen Ziele deutlich verfehlt. Eine erfolgreiche Post Merger Integration (PMI) ist der Schlüssel, um den vollen Nutzen aus einer Fusion oder Übernahme zu ziehen.

Doch warum scheitern soviel Integrationen und wie kann ich sicherstellen, dass die gesetzten Ziele erreicht? 

Basierend auf meiner eigenen Erfahrung und der Auseinandersetzung mit dem Thema, habe ich 5 Bausteine für eine erfolgreiche Post Merger Integration herausgearbeitet. Im folgenden Text benutzte ich die Analogie zum Bau eines Hauses, um einen ersten Einblick in diese 5 Bausteine zu gewähren. Von der klaren Integrationsstrategie bis hin zum Fokus auf Mitarbeiterengagement – jeder Baustein ist ist wichtig für das Gelingen der Post Merger Integration.

1. Klare Integrationsstrategie:

So wie ein stabiles Fundament essentiell für jedes Bauprojekt ist, bildet eine  klare Integrationsstrategie die Basis für den Erfolg eines Merger & Acquisition Projekts. Unser Post Merger Integrations Fundament legen wir bereits bei der Planung, bzw. der Due Dilligence unserer Übernahme. Was ist das Ziel meiner Übernahme und welche Integrationsstrategie unterstützt dieses Ziel am Besten? Die Ziele einer Übernahme sind sehr individuell – geht es um …

  • Zugang zu neuem Technologien, Innovation oder Know How?
  • Zugang zu neuen Kunden, neuen Märkte oder neuen Kanälen zu den Kunden?
  • Einsparungspotenziale durch Synergien und Scaling Effekte?
  • Talent Akquise, durch direkten Zugriff auf mehr und vor allem bereits qualifiziertes Personal?

Vielleicht sind es all diese Ziele? Oft existiert mehr als ein Ziel und die Kombination und Gewichtung macht jede Übernahme einzigartig. So individuell wie die Ziele, muss auch die darauf optimierte Integrationsstrategie sein.  Eine gut durchdachte Strategie legt die Ziele, Prioritäten und den Fahrplan für die Integration fest. Sie definiert den Rahmen für die harmonische Zusammenführung der Unternehmen und ermöglicht eine effiziente Umsetzung. Eine klare Integrationsstrategie hilft dabei den Fokus auf die gesetzten Ziele zu behalten, Risiken frühzeitig zu identifizieren und zu minimieren und eine klare Vision für das neue Unternehmen zu schaffen.

2. Klare Führung und Kommunikation:

Ist das Fundament gelegt, ist es Zeit, die tragenden Strukturen aufzubauen. Klare Führung und Kommunikation bilden das Skelett einer Integration. Auf der Führung und Ihrer Kommunikation lastet während einer Integration der Fokus. Eine Unternehmens Übernahme bedeutet immer Veränderung. Menschen mögen Stabilität und Veränderung verunsichert viele von uns. Ein starkes Führungsteam mit erfahrenen Führungskräften ist unerlässlich, um den Mitarbeitenden in diesem Veränderungsprozess Halt zu bieten und den Integrationsprozess effektiv zu leiten. Es sollte klare Rollen und Verantwortlichkeiten geben, um Unsicherheiten zu minimieren und die Effizienz zu steigern. Gleichzeitig ist eine offene und transparente Kommunikation von großer Bedeutung, um Mitarbeitenden, Kunden und Stakeholder einzubeziehen, Ihre Sorgen und Verunsicherung ernst zu nehmen und abzumildern und über den Fortschritt der Integration zu informieren. Regelmäßige Updates, Town Hall-Meetings und eine offene Feedback-Kultur tragen dazu bei, Vertrauen aufzubauen und Ängste zu minimieren.

3. Kulturelle Integration:

Jetzt lass uns die Wände in das Haus einziehen. So wie Wände den Charakter einer Struktur definieren, entsteht durch die kulturelle Integration eine neue Firmenkultur. Die Ausgestaltung der kulturellen Integration wird oft unterschätzt oder sogar vergessen. Eine Fusion bringt oft unterschiedliche Unternehmenskulturen zusammen, die erfolgreich vereint werden müssen. Es ist wichtig, proaktiv kulturelle Unterschiede anzugehen und eine gemeinsame Unternehmenskultur zu schaffen. Offene Kommunikation, gemeinsame Werte und eine positive Arbeitsatmosphäre sind Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche kulturelle Integration. Das schaffen einer gemeinsamen Kultur wird häufig durch das Überstülpen der existierenden Kultur ersetzt. Eine gelungene kulturelle Integration ist wie eine gute Renovierung. Wände werden eingerissen, andere Wände bekommen eine neue Tür, neue Wände werden eingezogen. Es entsteht etwas Neues – Besseres. Stattdessen werden häufig einfach die Wände der neuen Kultur in die bestehenden Räumlichkeiten hineingezwängt. Das Ergebnis ist meist unerwartet, weil Türen plötzlich vor einer Wand enden und die neuen Räume viel kleiner und beengter sind als erwartet. Werden tragende Strukturen geschwächt, ist ein Scheitern schon fast vorprogrammiert. Eine Integration, welche die bestehende Kultur berücksichtigt, auf Verständnis, Respekt und Zusammenarbeit abzielt, kann dazu beitragen, kulturelle Barrieren abzubauen und das Zusammengehörigkeitsgefühl im neuen Unternehmen zu stärken.

4. Umfassende und detaillierte Planung und Ausführung:

Wer schon mal ein Haus gebaut hat weiß, unzureichende Planung wird am Ende teuer und zu Verspätungen führen. Mit der umfassenden und detaillierten Planung und Ausführung steht und fällt die Integration der Übernahme oder Fusion. Eine gründliche Planung ermöglicht es, die Integration in allen relevanten Bereichen wie Finanzen, Personalwesen, IT-Systeme, Vertrieb und Marketing effizient zu gestalten. Ein Integrationsplan mit klaren Meilensteinen, Zeitplänen und Kennzahlen dient als Leitfaden für den Fortschritt und ermöglicht die Messung des Erfolgs. Darüber hinaus ist es wichtig, klare Verantwortlichkeiten zu definieren und ausreichend Ressourcen und Unterstützung für die Umsetzung bereitzustellen. Eine klare Verantwortlichkeitsstruktur und ein agiles Projektmanagement sind das Schmiermittel, damit eine Integration reibungslos verläuft und zu einem erfolgreichen Ende führt.

5. Fokus auf Engagement und Bindung der Mitarbeiter:

Damit ein Gebäude seine Funktion erfüllen kann, benötigt es Licht und Kommunikation. Dies ist bei einer Integration nicht anders. Mitarbeiter sind das Herzstück eines jeden Unternehmens, und ihre Unterstützung und Motivation sind entscheidend für den Erfolg der Integration. Sowie ein Gebäude Strom und Kommunikationskabel in den Wänden benötigt, muss ein Unternehmen sicher stellen, dass sich die Mitarbeiter in den “neuen Räumen” wohlfühlen und die Kommunikation reibungslos funktioniert. Ein guter Start ist es, die Mitarbeiter frühzeitig in den Integrationsprozess einzubeziehen, ihre Bedenken anzuhören und ihre Beteiligung zu fördern. Gezielte Kommunikation, Schulungen und Unterstützungsprogramme können dazu beitragen, das Mitarbeiterengagement zu steigern und eine positive Unternehmenskultur zu fördern.

Fazit:

Eine erfolgreiche Post Merger Integration erfordert eine klare Strategie und eine strukturierte Vorgehensweise. Die fünf Bausteine – klare Integrationsstrategie, klare Führung und Kommunikation, kulturelle Integration, umfassende Planung und Ausführung, sowie Fokus auf Mitarbeiterengagement – bilden das Gerüst für den Erfolg. Unternehmen, die diese Bausteine berücksichtigen und ihnen die gebührende Aufmerksamkeit schenken, erhöhen ihre Chancen, die gewünschten Synergien zu realisieren, einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten und die ursprünglich gesetzten Ziele zu erreichen.

Haben Sie Erfahrungen bei Unternehmens Übernahmen gesammelt?

Was hat bei der Integration Ihres Unternehmens gut funktioniert?

Habe ich einen wichtigen Baustein übersehen?

In den kommenden Wochen werde ich jedem Baustein einen eigenen Blog widmen.

Interessiert Sie dieses Thema, folgen Sie mir oder ANANJOLE, um keine Folge zu verpassen.

Über den Autor:
Andreas H. Ogrzewalla 

Co-Founder ANANJOLE

Experienced People and Commercial Leader with more than 20 years managing commercial teams, country offices and small Business Unit in Germany, Spain and Austria. 
Druing his career, he participated actively in the post merger integration of 6 M&As